Paranormale Untersuchung
Aus Pararesearch-Handbuch für Geisterjäger
Auf einer Paranormalen Untersuchung (P.U.) versucht ein Geisterjäger-Team, Hinweise auf paranormale Aktivitäten mit wissenschaftlichen Methoden zu sammeln, indem verschiedene Ausrüstungsgegenstände wie Videokameras, Fotoapparate, Audiorecorder und Messgeräte wie Magnetometer, Geigerzähler und Thermometer eingesetzt werden.
Der Begriff "Paranormale Untersuchung" wurde 1977 von Walter von Lucadou und Klaus Kornwachs in ihrem Aufsatz "Beitrag zur systemtheoretischen Untersuchung paranormaler Phänomene" geprägt.
Was jedoch an einer derartigen Untersuchung paranormal sein soll, entzieht sich unserer Kenntnis. Wir sprechen lieber von einer systematischen Untersuchung.
Eine systematische Untersuchung eines Spukortes setzt sich aus mehreren Phasen zusammen:
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Vorabbegehung
Die Vorabbegehung gehört zu einen der wichtigen Pflichten bevor man eine Untersuchung beginnt. Gerade im Outdoor Bereich können auf diese Art und Weise schon im Vorfeld Schwierigkeiten und Probleme erkannt werden. Auch im Punkto Sicherheit ist die Vorabbegehung ein wichtiger Aspekt.
Die Begehung sollte immer bei ausreichendem Tageslicht durchgeführt werden. Markante oder gefährliche Stellen im Gelände wie z.B. alte Brunnenschächte oder Abhänge etc. können hier schon markiert bzw. abgesperrt werden. Das Tageslicht ist auch unerlässlich bei der Aufnahme der möglichen Störquellen in der Umgebung. Windkrafträder, Kraftwerke, Trafohäuschen, Stromleitungen, Strassen etc. können so erkannt und für die spätere Niederschrift und Analyse dokumentiert werden.
Fotos der Umgebung sollten möglichst auch während der Vorabbegehung gemacht werden. Auf den Fotos kann man dann später Hinweise finden, die eventuell den ein oder anderen eventuellen Effekt auf Video oder Audio erklären könnten.
Die Vorabbegehung dient auch dazu, nochmals im Hinblick auf eine Untersuchung das Gelände zu überblicken und Orte für die Basis-Station und die Untersuchungsstationen festzulegen.
Aufbau der Stationen
Auch beim Aufbau der Stationen einer Untersuchung ist viel zu beachten, denn auch hier können ungewollt Fehler gemacht werden, wie wir aus eigener Erfahrung wissen. Beim Aufbau gibt es immer eine Basis und meistens weitere Stationen.
Basis-Station
Die Basis ist die Station, von der alles gesteuert wird. Je nach Untersuchungsort hat man hier Tisch, Stühle, Platz für Sachen, die sonst nur stören, Ersatz-Akkus und Ersatz-Batterien, Erste Hilfe, usw.
Die Basis ist der "Leitstand" und der "Pausenraum" für eine Untersuchung. Bei großen Untersuchungen ist die Basis idealerweise immer von ein bis zwei Personen besetzt, die hier z.B. die Überwachungskameras zentral mitverfolgen und Ereignisse an die Teams im Feld durchgeben können.
An der Basis werden die Meßprotokolle abgelegt und sicher verstaut. Und es gibt idealerweise eine DCF-Uhr[1], mit der zu Beginn der Untersuchung alle Uhren synchronisiert werden. Auch die Datum-/Uhrzeit-Einstellungen an Geräten ist hier nochmals zu Beginn und vor Aufbau mit der Uhr an der Basis abzugleichen. Dies ist wichtig für die spätere Auswertung des Materials.
Bei der Basis ist darauf zu achten, daß genügend Abstand zu den Untersuchungsorten besteht, so daß Pausenplauderei der Investigatoren nicht zufällig Aufnahmen "verschmutzt".
Baseline
Die sog. Baseline eines Ortes wird bei einer Vorabbegehung oder bei einer Begehung unmittelbar vor Untersuchungs-Aufbau erstellt.
Kartographierung
Für die Eintragung auffälliger Stellen und zur späteren Auswertung wird eine Karte des Untersuchungsgebietes erstellt. In diese Karte werden Auffälligkeiten, technische Besonderheiten und natürliche Ursachen sowie die Meßwerte der Baseline eingetragen.
Je nach Aufwand trägt man die Werte direkt in die Karte ein oder referenziert ein weiteres Meßprotokoll.
In dieser Karte werden auch nach der Baseline die aufgebauten Meßstationen der Untersuchung vermerkt.
EMF
Es handelt sich hierbei um den Wert der magnetische Flußdichte das ein Magnetfeldmessgerät misst. Die Messung der Baseline dient der Auffindung von elektrischen Störquellen und dem Vergleich der Werte die während der eigentlichen Untersuchung gemessen werden.
Sehr vorsichtig sollte man sein in der Interpretation solcher Messwerte. Nach der Devise "Wer viel misst, misst Mist." sollte man alle möglichen Störquellen versuchen ausfindig zu machen. Ein erhöhter Messwert ist alleine niemals ein Hinweis auf echte paranormale Aktivität. Auch sollte man die Skala des Gerätes ablesen können um einen greifbaren Wert dokumentieren zu können. Ein "hoher Ausschlag" nützt niemanden solange kein definitiver Wert in Milligauss[2] oder Tesla[3] dokumentiert wird. Es gibt auf dem Markt mehrere verschiedene Geräte die alle unterschiedliche technische Daten aufweisen.
Es kursieren verschiedenste Auffassungen über den Sinn und Unsinn dieser EMF-Werte. Fakt ist, daß es keine gesicherten Hinweise gibt, daß paranormale Aktivität eine Änderung des elektromagnetischen Feldes verursacht. Alle Theorien sind eben auch nur als solche zu betrachten.
Was allerdings in der Praxis öfters auftritt, sind kurzzeitig erhöhte Werte. Viele Investigatoren deuten ein fluktuierendes elektromagnetisches Feld als Indiz für paranormale Phänomene. Wir plädieren dafür diese Werte zu dokumentieren aber ihnen alleine keine "Beweiskraft" zuzusprechen.
Ab wann welchem Wert soll nun eine solche Messung weiter verfolgt werden ? Es gibt hierzu ebenfalls verschiedene Meinungen. Manche sagen das es ab einem Wert von 1,0 bis 1,5 mG interessant wird. Andere wollen auch schon kleiner Wert als "Indiz" verfolgen. Da man keine gesicherten Erkenntnisse hierüber hat, warnen wir auch hier vor einer Überinterpretation.
Zu beachten ist allerdings das viele Geräte bewegungsempfindlich sind. Dies bedeutet das schon bei der kleinsten Bewegung eine Änderung des Messwertes geschieht. Diese Geräte sollte man lieber stationär in einem Untersuchungsbereich hinstellen oder besser mit einem geeigneten Stativ aufstellen, und es nicht am Körper tragen.
Temperatur
In Gebäuden wird bei der Baseline auch die Temperatur in den einzelnen Räumen gemessen sowie mit einem Laser-Thermometer nach natürlichen Ursachen für Temperaturschwankungen gesucht. Auffälligkeiten wie Zugluft, undichte Fenster, Lüftungssschächte werden im Meßprotokoll vermerkt.
Besprechung
Nach dem Aufbau der Basis-Station und der Baseline geht es an die Besprechung der geplanten Untersuchung. Stationen wurden bei der Vorrechere und der Vorbegehung geplant, jetzt liegen Meßwerte vor und das Team hat sich mit der Örtlichkeit vertraut gemacht.
Nun ist es Zeit, die Untersuchung durchzusprechen, die Uhren und Geräte mit der Uhrzeit an der Basis nochmals zu kontrollieren und gegebenenfalls zu synchronisieren, und eventuell noch einmal die Lage der Stationen zu überdenken. Auch die Ziele der Untersuchung sollten besprochen werden.
Dann werden Aufbaugruppen eingeteilt, die die Stationen der Untersuchung aufbauen und dokumentieren sollen.
Aufbau der Stationen
Ein Beispiel-Aufbau einer Untersuchungsstation finden Sie hier: Untersuchungsaufbau

