Ausrüstung/Infrarotfilter im Selbstbau

Aus Pararesearch-Handbuch für Geisterjäger

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Hier eine kleine Anleitung, wie man sich für wenig Geld einen Gelatine-Infrarot-Filter basteln kann.

Inhaltsverzeichnis

Funktionsweise eines Infrarotfilters

Verschiedene Rot- und Infrarot-Filter

Ein Infrarotfilter[1] sperrt alles sichtbare Licht und lässt nur Licht ab dem Rot- oder Infrarot-Bereich[2] passieren. Üblicherweise verwendete man früher für Fotos mit Infrarotfilm einen Tiefrot-Filter R25 der bis 750 nm sperrt. Dies ist das Rot, daß man auch an den meisten "sichtbaren" IR-LED-Scheinwerfern sehen kann. Es gibt natürlich Filter, die bis 850 oder 900 nm sperren, somit kommt kaum sichtbares Licht durch den Filter.[3]

Wir haben auf unserem Gebiet keine allerdings hohen Ansprüche an einen IR-Filter. Wir benötigen einfach für Nachtaufnahmen Infrarotlicht, ob bis 750 nm oder langwelliger ist uns nicht so wichtig.

In diesem Bespiel wollen wir einen Infrarotscheinwerfer bauen, und hier ist die Hauptsache, daß wir eine Lichtquelle im nahen Infrarotbereich bekommen.

Die genaue Wellenlänge des Lichts ist uns hier nicht so wichtig.

Warum Selbstbau?

IR-Filter sind im Fachhandel normalerweise ziemlich teuer:

  • Gelatine-Filter liegen je nach Grenzfrequenz zwischen 20 und 50 Euro. Zusätzlich fällt ein Filterhalter an, der nochmal mit 20 Euro zu Buche schlägt.
  • Glasfilter zum Vorschrauben vor die Kameralinse kosten je nach Durchmesser und Grenzfrequenz zwischen 70 und 500 Euro.

Ebenso sind Infrarot-Scheinwerfer teuer, benötigen spezielle Akkus oder sind nur für den Einsatz mit einem Netzanschluß geeignet. Mit einer herkömmlichen Taschenlampe oder einem Handscheinwerfer haben wir eine preiswerte Lichtquelle, die entsprechend mobil ist, ausreichend Brenndauer hat, und durch Standard-Akkus mit Strom versorgt wird.

LED-Taschenlampen sind für unsere Zwecke jedoch nicht geeignet, da weiße LEDs kaum Licht im Infrarotbereich abgeben. Hier sind Taschenlampen oder Handscheinwerfer mit Krypton- oder Halogen-Glühbirnen besser geeignet.

Benötigtes Material

Diafilm im normalen Spektrum fotografiert
Diafilm mit Infrarotlicht im Nightshot fotografiert

Für ca. 10 Euro kommen wir in Besitz von ausreichend Material zum Bau eines Filters. Diafilm-Material[4] sperrt alles sichtbare Licht und lässt nur IR-Licht passieren. Mit diesem "Trick" funktioniert die Dia-Projektion.

Wir kaufen uns also einen Diafilm und geben diesen unbelichtet(!) zur Entwicklung. Es muss also nicht der teuerste Film sein, und die Dia-Entwicklung liegt zwischen 2,50 und 5 Euro. Auf den Entwicklungsauftrag gehört natürlich der Hinweis, dass der Film leer ist und trotzdem entwickelt werden soll, und dass der Film natürlich nicht gerahmt werden soll, denn wir benötigen längere Filmstreifen.

Mit einem Film (ca. 5 Euro) und der Entwicklung (ca. 5 Euro) bekommen wir also für ca. 10 Euro Rohmaterial, mit dem wir uns wärmebeständige Infrarotfilter selbst bauen können.

Schablonen

Anzeichnen der Schablone
Anzeichnen der Schablonen für verschiedene Geräte

Während wir auf die Entwicklung des Films warten, können wir uns schon mal Schablonen für den Filterbau anfertigen. Für die benötigten Filtergrössen legen wir die Scheinwerfer oder die Kamera-Objektive auf Papier und zeichnen mit Bleistift die Umrisse nach.

Die so erhaltenen Kreis können wir ausschneiden und erhalten somit die Schablonen für den Filterbau. Zusammen mit dem entwickelten Diafilm bekommen wir Material, mit dem wie je nach Größe mehrere Filter bauen können, die sonst in der Anschaffung sehr teuer wären.

Der entwickelte Diafilm und die ausgeschnittenen Schablonen

Werden für verschiedene geräte Schablonen angefertigt, so sollten diese auch entsprechend beschriftet werden, damit man hinterher auch weiß, für welches Gerät man gerade einen Filter baut.

Die Schablonen werden sorgfältig ausgeschnitten, denn anhand der Schablonen werden die Filter angefertigt, und die müssen paßgenau sitzen.














Zuschnitt der Filterfolie

Im Folgenden wird beispielhaft ein Filter für einen Handscheinwerfer gebaut.

Die Filmstreifen werden grob auf der Schablone angeordnet
Die Stanzungen für den Filmtransport werden entfernt
Die Filmstreifen werden überlappend verklebt
Die Schablone wird auf der Filterfolie fixiert




Über die entsprechende Schablone werden entsprechend die Filmstreifen so angeordnet, daß sie sich an den Rändern leicht überlappen. So kann schon einmal grob abgeschätzt werden, wie viele Filmstreifen zum Bau der Filtergröße notwendig sind.

Steht die grobe Anzahl der Filmstreifen fest, so werden die Ränder mit den Transportlöchern des Films von den Streifen sorgfältig abgeschnitten.

Nun werden die Filmstreifen Über der Schablone mit leichten Überlappungen angeordnet und mit Tesafilm zusammengeklebt. Wichtig ist, daß hier genau darauf geachtet wird, daß keine Lücken enstehen, durch die das "normale" Licht durchdringen kann. Deswegen müssen die Filmstreifen leicht überlappen (ca. 1mm). Hier muß sehr sorgfältig gearbeitet werden.

Das Tesafilm stört das Infrarotlicht nicht, denn Infrarot besitzt einen sehr geringen Brechungsindex. Andererseits ist es uns sehr recht, wenn das Infrarotlicht durch die Klebestellen eine Ablenkung erfährt, da wir mit einem Infrarotscheinwerfer einen großen Bereich ausleuchten wollen.

Nun wird die Schablone wird mit kleinen Tesafilmstücken an den zusammengeklebten Filmstreifen fixiert, damit sie für den Zuschnitt des Filters sauber sitzt und nicht verrutschen kann.

Nun wird der Filter an den Rändern der Schablone sauber und sorgfältig aus der geklebten Trägerfolie ausgeschnitten, damit er später paßgenau sitzt. Dadurch, daß wir durch die Schablone den Außendurchmesser des Objektivs oder der Lampe gemessen haben, fallen kleine Schnittfehler von 1-2 mm nicht ins Gewicht. Trotzdem sollte hier sehr sauber gearbeitet werden!

Der fertig ausgeschnittene Filter
Der Filter wird auf dem Scheinwerfer geklebt

Der fertige Filter wird nun in unserem Beispiel auf den Scheinwerfer gelegt und mit Tesafilm sorgfältig an den Rändern verklebt.

Soll der Filter nicht fest verklebt werden, so wird aus weiteren Filmstreifen ein Ring gebaut, an dem der Filter verklebt wird. So erhält man eine Filterkappe, die man z.B. auf ein Kameraobjektiv stecken kann.

Der fertige Scheinwerfer

Der Scheinwerfer in Betrieb, im Nightshot fotografiert.
Der Scheinwerfer mit fertigem Filter.
Der Scheinwerfer in Betrieb, normal fotografiert.

Beispielfotos

Aufnahme im normalen Nightshot.
Aufnahme mit zugeschaltetem Scheinwerfer.

Referenzen

  1. http://de.wikipedia.org/wiki/Infrarotfilter
  2. http://de.wikipedia.org/wiki/Infrarot
  3. http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtspektrum
  4. http://de.wikipedia.org/wiki/Diafilm
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